Mit dem Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes am 01.01.2012 ist der § 72a SGB VIII in der Art ergänzt worden, dass nunmehr auch für Ehrenamtliche und Nebenamtliche, die Kinder und Jugendliche im Rahmen der Jugendhilfe beaufsichtigen, betreuen, erziehen oder ausbilden oder einen vergleichbaren Kontakt haben, erweiterte Führungszeugnisse vorgelegt werden müssen.

Zur Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben sollen die Träger der öffentlichen Jugendhilfe (die Jugendämter) mit den Trägern der freien Jugendhilfe (z.B. Vereine, Verbände) entsprechende Vereinbarungen abschließen.

Doch: Wer schließt mit wem eine Vereinbarungen ab? Für welchen Personenkreis gelten die Vorschriften, wer muss ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen? Für welche Tätigkeiten müssen erweiterte Führungszeugnisse vorgelegt werden? Wer darf die Führungszeugnisse einsehen, wer darf sie in welcher Form speichern?

Zu diesen und Ihren weitergehenden Fragen haben sich die Vertreter der Jugendämter in der StädteRegion Aachen mit Vertretern der freien Jugendhilfe zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Gemeinsam wurden einheitliche Vereinbarungen formuliert sowie Infobroschüren für Ehrenamtler und freie Träger erarbeitet, die den Anforderungen gem. § 72a SGB VIII gerecht werden und umfassend informieren.

Leitgedanke der Zusammenarbeit war dabei nicht primär die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Vielmehr wollen die Partner die Gelegenheit nutzen, auf die Notwendigkeit des Kinder- und Jugendschutzes im Ehrenamt hinzuweisen und gleichzeitig das Hilfsnetzwerk von örtlich zuständigen Jugendämtern und Beratungsstellen bewerben. Geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten hier gerne Unterstützungsarbeit und bieten sich den freien Trägern und ehrenamtlich Tätigen in der Kinder- und Jugendarbeit als Ansprechpartner_innen an.

Im Oktober 2013 stellte die Arbeitsgemeinschaft das Jugendschutzkonzept im August-Piper-Haus Aachen erstmals der breiten Öffentlichkeit vor. Es folgten weitere öffentliche Infoveranstaltungen in allen Kommunen in der StädteRegion Aachen, bei denen die örtlich zuständigen Jugendämter über das Jugendschutzkonzept insgesamt sowie über das Verfahren für den Abschluss einer Vereinbarung aufklärten.

Bis zum 01.01.2020 haben insgesamt 638 Freie Träger in der StädteRegion Aachen eine Vereinbarung gemäß § 72a SGB VIII – Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen mit ihrem jeweilig zuständigen Jugendamt abgeschlossen. Hier finden Sie die Träger, die dabei sind!

Im Untermenü finden Sie Infobroschüren für Freie Träger und Ehrenamtler_innen sowie verschiedene Vordrucke und Ansprechpartner_innen in Ihrer Kommune.

Die Jugendämter in der StädteRegion Aachen bedanken sich an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei den Kolleginnen und Kollegen der freien Träger der Jugendhilfe sowie des Landesjugendamtes (LVR), für die hervorragende Zusammenarbeit und Unterstützung bei der Erarbeitung des Jugendschutzkonzeptes in der StädteRegion Aachen!