Egal ob man eine Krabbelgruppe oder einen Kurs für kreativen Kindertanz in der Nähe des Wohnortes sucht: Das Online-Portal „Familien-Navi“ bietet viele Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten für Familien.

Dort ist vieles zu finden, was von der Schwangerschaft bis zum Schuleintritt wichtig ist. Das Amt für Kinder, Jugend und Familie der StädteRegion Aachen sammelt im Familien-Navi die Angebote in Baesweiler, Monschau, Roetgen und Simmerath.

Zusätzlich bietet eine Umkreissuche einen Blick auf Angebote in angrenzenden Städten und Gemeinden, denn auch Städte wie Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen bieten das Familien-Navi ebenfalls an oder ziehen bald nach.

Nicht nur für die Familien ist das Portal hilfreich. Auch für Jugendämter oder Beratungsstellen ist es ein gutes Werkzeug, um einen besseren Überblick über Angebote und Einrichtungen zu erhalten und nach Bedarf möglichst passgenau vermitteln zu können.

Gefördert wird das Projekt NRW-weit von der Bundesstiftung Frühe Hilfen.

Derzeit sorgt das Coronavirus allgemein für viel Unsicherheit.

Was ist der aktuelle Stand? Welche Einrichtungen werden ggf. kurzfristig geschlossen? Wo gibt es Anlaufstellen? Wie muss ich mich verhalten? Welche Handlungsempfehlungen gibt es?

Täglich tagen die Krisenstäbe der Stadt und StädteRegion Aachen. Kontinuierlich berichten sie der Öffentlichkeit über ihre Arbeit und den aktuellen Stand.

Alle Informationen dazu findet man auf der Internetseite der StädteRegion Aachen unter: www.staedteregion-aachen.de.

Die StädteRegion Aachen berichtet und informiert auch auf Facebook, unter: www.facebook.com/StaedteRegion.Aachen

Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 gibt das Robert-Koch-Institut: bitte hier oder auf die Grafik klicken.

Das Robert Koch-Institut (RKI) ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit. Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention und damit auch die zentrale Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet der anwendungs- und maßnahmenorientierten biomedizinischen Forschung. Die Kernaufgaben des RKI sind die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten. Zu den Aufgaben gehört der generelle gesetzliche Auftrag, wissenschaftliche Erkenntnisse als Basis für gesundheitspolitische Entscheidungen zu erarbeiten. (Hier klicken für weiterführende Informationen zum RKI)

 

Kinder und Jugendliche sind täglich Gefahren in unterschiedlichster Form ausgesetzt. Diese können sich in Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Misshandlung widerspiegeln.
Um Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen, müssen alle Personen und Institutionen, die Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben und mit ihnen arbeiten, gut kooperieren und sich gegenseitig informieren und unterstützen.

Deshalb ist am 01.01.2012 das Gesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzes von Kindern und Jugendlichen (Bundeskinderschutzgesetz) und mit ihm das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) in Kraft getreten.

Unter anderem wird dort im § 4 des Gesetzes zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG) auf die Beratungs- und Informationsaufgabe von sogenannten „Geheimnisträgern“ wie Beraterinnen und Berater, Ärztinnen und Ärzte sowie Lehrpersonen bei Hinweisen auf Kindeswohlgefährdung verwiesen.

Im Rahmen des Projektes „Schau` hin und tu` was!“ haben die Jugendämter in der Städteregion Aachen einen Flyer zur Kooperation im Kinderschutz entworfen, den man hier herunterladen kann. Der Flyer beschreibt das gesetzlich im § 4 KKG (Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz) festgelegte Verfahren, welches u.a. Ärztinnen und Ärzte durchlaufen sollen, wenn ihnen gewichtige Anhaltspunkte von Kindeswohlgefährdungen bekannt werden.

Weiterhin wird in dem Flyer auf die Kinderschutzhotline für Ärztinnen und Ärzte verwiesen, unter der man eine Beratung bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdungen erhalten kann.

Bei Fragen zum Flyer, zum Verfahren oder zu konkreten Kinderschutzfragen kann man sich gerne an die Ansprechpartner in den Jugendämtern in der Städteregion Aachen wenden. Nachfolgend finden sie die stadtbezogenen Ansprechpartner, die auch auf der letzten Seite des Flyers genannt sind.

  • Stadt Aachen – Kinderschutzhotline: 0241/ 432-5151
  • Stadt Alsdorf – Sabine Weller: 02404/ 50433
  • Stadt Eschweiler – Stefan Pietsch: 02403/ 71287
  • Stadt Stolberg – Adnan Akyaman-Wagner: 02402/ 13340
  • Stadt Würselen – Dagmar van Heiss: 02405/ 67449
  • Stadt Herzogenrath – Norbert Latz: 02406/ 83507
  • StädteRegion Aachen für die Städte und Gemeinden Baesweiler, Roetgen, Simmerath und Monschau – Sekretariat Soziale Dienste: 0241/5198-2182

Am 23. September 2019 haben fünf Migrantenorganisationen aus Alsdorf und Herzogenrath, darunter zwei Moscheevereine und drei Sportvereine, einen vorbildlichen Einsatz für den Kinder- und Jugendschutz gezeigt.

Im Beisein von Herrn Städteregionsrat Dr. Grüttemeier unterzeichneten sie die „Vereinbarung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen durch Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen nach §72 SGB VIII“ mit ihren Jugendämtern der Städte Herzogenrath und Alsdorf.

Damit zeigen die Migrantenorganisationen vorbildlich, dass sie den Kinder- und Jugendschutz im Blick haben.

Im folgenden Video stellen sich die Migrantenorganisationen vor:

Im Februar 2017 hat das Netzwerk „Frühe Hilfen/ Kinderschutz“ eine beeindruckende Aktionswoche zum Thema „FASD“ durchgeführt. Mehr als 600 Schüler/innen und etwa 200 pädagogische Fachkräfte und Pflegeeltern haben sich bei einer Ausstellung und verschiedenen Fachvorträgen über die Hintergründe und Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft informiert. Weiterführende Informationen dazu finden Sie hier (klicken).

Spiegel-TV hat sich mit den Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auseinandergesetzt. Zitat:

Jeder weiß, dass Alkohol in der Schwangerschaft gesundheitsschädigend ist. Und zwar in erster Linie für das Kind. Doch wie gefährlich und wie dramatisch die Folgen tatsächlich sind, ahnen die wenigsten Schwangeren.
Auf den ersten Blick sieht man es ihnen nicht an: Doch die drei Pflegekinder von Nicole Schäfer leiden unter dem fetalen Alkoholsyndrom, kurz: FAS. Weil ihre leiblichen Mütter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken haben, wurden sie mit geistigen und körperlichen Defiziten geboren. SPIEGEL TV-Autorin Katrin Sänger hat die Schäfers und eine andere Pflegefamilie besucht, deren Kinder lebenslang mit den Folgen kämpfen müssen.

Hier der Filmbeitrag mit dem Titel „Das lebenslange Leiden der Kinder – Alkohol während der Schwangerschaft“

Kinder- und Jugendschutz und die neuen Medien

Einladung

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Steuerungsgruppe § 72a SGB VIII – erweiterte Führungszeugnisse, Tätigkeitsausschluss einschlägig vorbestrafter Personen in der Jugendhilfe lädt Sie hiermit für

den 09.10.2019 um 18.00 Uhr in das
Haus der evangelischen Kirche
Frère-Roger-Str. 8
52062 Aachen

zu der Tagung mit dem Titel „Vernetzt und zugenäht“ – Kinder- und Jugendschutz und die neuen Medien ein.

Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Hauptamtliche und Verantwortliche, die mit Ehrenamtlern zusammenarbeiten.

Ihre Anmeldung zu der Tagung senden Sie bitte bis zum 02.10.2019 per Mail an horst.huetten@mail.aachen.de.

Tagungsplan:

  • Begrüßung
  • Kinder- und Jugendschutz und die neuen Medien aus strafrechtlicher Sicht, wie bspw.
    – Beleidigung / (Cyber-) Mobbing / Verleumdung (sog. Rufmord)
    – Das „Recht am eigenen Bild“
    – Verbreitung pornografischer Schriften
    – Nachstellung (sog. Stalking)

Referent: Peter Arz, KK Kriminalprävention/Opferschutz, Polizei Aachen

  • Digitales Ehrenamt – (Ziel)sichere Präsenz auf digitalen Plattformen, Antworten auf bspw. folgende Fragen:
    – was sind die rechtlichen, sozialen und moralischen Rahmenbedingungen für einen gelungenen Auftritt in der
    Digitalen Welt?
    – Was kann Social Media für mich als Verein/Organisation tun, und wie kann ich von meiner Zielgruppe gefunden werden?

Referent: Benjamin Wockenfuss, Social Media Manager, Suchttherapeut, Bonn

  • Diskussion und Abschluss (geplantes Ende: ca. 20.00 Uhr)

Sie erreichen das Haus der Evangelischen Kirche mit den Buslinien 5, 12, 22, 24, 25, 45, 55, 75 bis Bushaltestelle Annastraße.
Wenn Sie mit dem Auto kommen wollen, befinden sich Parkhäuser in der Annastraße und Jesuitenstraße.

Informationen zum Thema „Jugendschutz im Ehrenamt“ finden Sie unter der gleichnamigen Rubrik im Internet auf der Seite www.imblick.info.

„Vor dem Anfang starten – junge Menschen entwickeln Erziehungskompetenz“. Was vor sieben Jahren als Modellprojekt gestartet ist, hat sich seitdem auch hervorragend weiterentwickelt. Nach sieben Schulen zu Beginn nehmen zum neuen Schuljahr jetzt ganze 21 Schulen aus der StädteRegion Aachen daran teil. Die Palette reicht vom Gymnasium bis hin zur Förderschule. Die Projektkosten von rund 103.000 € je Jahr haben sich voll und ganz gelohnt, so der einhellige Tenor im Kreisjugendhilfeausschuss. In diesem Sinne folgte dann auch der einstimmige Beschluss, das Präventionsprojekt fortzusetzen. Dabei durchlaufen Schülerinnen und Schüler der Klassen Acht bis Zehn ein Jahr lang ein Programm, dass sie in ihrer Persönlichkeitsbildung unterstützt und ihnen wichtige Lebenskompetenzen vermittelt. Ziel ist, die Jugendlichen schon frühzeitig auf Erziehungsaufgaben vorzubereiten und dafür fit zu machen.

Im vergangenen Schuljahr 2017/18 haben insgesamt 340 Mädchen und Jungen an dem Programm teilgenommen. Über ein ganzes Schuljahr verteilt wurden insgesamt im Durchschnitt mehr als 80 Unterrichtsstunden gefüllt. Dabei wird besonderer Wert auf die praktische Ausrichtung gelegt. Die Inhalte sind in drei große Bereiche gegliedert:

  • Stärkung im sozial-emotionalen Bereich.
    Hier wird der Umgang mit Konflikten und auch Grenzerfahrungen geprobt, das Sozialverhalten geschult und es wird Biografiearbeit mit den Jugendlichen betrieben.
  • Stärkung der Grundlagen für ein eigenständiges Leben
    In diesem Bereich werden wichtige, sehr praktisch orientierte Infos zum Umgang mit Geld (“was kostet das Leben“), Behörden und Versicherungen gegeben. Zudem werden haushaltspraktische Fähigkeiten geübt und das Thema Jobsuche besprochen. Unter der Überschrift „Körper und Gesundheit“ werden Verhütung, Ernährung und Entspannung behandelt.
  • Elternkompetenz erleben
    Hierbei werden die wichtigsten Grundlagen der Erziehung erlernt und typische Situationen im Leben einer jungen Familie besprochen. Zudem lernen die Jugendlichen die konkreten Hilfsmöglichkeiten für Familien kennen (Besuch beim Jugendamt). Ganz entscheidend ist zudem die „Babywoche“. Dabei müssen sich die Kinder eine Woche lang rund um die Uhr um eine Babysimulatoren-Puppe kümmern.

Gerade dieser letzte Punkt bringt die 14- bis 16-Jährigen oft an ihre Grenzen. Denn die Babypuppen wollen auch nachts gefüttert und beruhigt werden. Die Meinungen darüber gingen weit auseinander von: „Die Babywoche war total super. Es war schön, so viel Verantwortung zu haben.“ Bis hin zu „Wenig Schlaf macht mich total aggressiv“ reichten die Kommentare der Jugendlichen. Alle haben aber bei dem Projekt enorm viel dazugelernt.

Angelika Kranz – Foto: Holger Benend, StädteRegion Aachen

Angelika Kranz vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der StädteRegion Aachen betreut das Projekt von Beginn an federführend. „Unser Ansatz ist, dass sich Jugendliche schon mit dem Thema Erziehung beschäftigen, bevor es zu spät ist. Wir wollen die Beratung und Unterstützung schon geben, bevor junge Menschen Kinder bekommen.“

„Vor dem Anfang starten“ gilt mittlerweile als Muster eines erfolgreichen Modellprojektes. Und auch bei den Jugendlichen selbst scheint das viel intensiver im Gedächtnis zu bleiben als „normaler“ Unterricht. So wurde eine Teilnehmerin von den Lebenshaltungskosten einer eigenen Wohnung überrascht: „Es ist voll teuer alleine zu wohnen. Voll krass, an was man alles denken muss.“ Ein Jugendlicher meinte zum Schluss gar: „Meine Eltern haben jetzt Angst, dass sie nicht mehr Oma und Opa werden.“

Für Angelika Kranz ist das Ziel bei eigentlich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erreicht worden: „Die Jugendlichen werden jetzt viel gezielter und bewusster planen, wann die richtige Zeit für ein Kind ist. Und sie sind dann auch viel besser darauf vorbereitet, ohne von der Situation überfordert zu werden.“

Jeden Sonntagabend um kurz nach 19.00 Uhr läuft die Kindersendung Radio Ragazzi auf Antenne AC.

Verantwortlich ist die Euro Jugend.

Die Kinder- und Jugendredaktionen von Radio Ragazzi treffen sich wöchentlich in der Euro Jugend um darüber zu berichten, was in der Städteregion los ist.

Die Aktion „Sprich mit mir!“ aller Jugendämter und dem Gesundheitsamtes in der StädteRegion Aachen fanden alle gut und haben darüber in der Sendung am 23. September berichtet.

Das hörte sich dann so an:

Seit drei Jahren bietet die Fachstelle für Suchtvorbeugung in der StädteRegion Aachen gemeinsam mit den Jugendämtern in den jeweiligen Kommunen Fortbildungen zum Methodenkoffer Cannabis an. In Kooperation mit dem Jugendamt Würselen findet nun eine weitere Fortbildungsveranstaltung für Multiplikatoren aus weiterführenden Schulen, der Jugendarbeit und aus Bildungsmaßnahmen statt.

Vermittelt werden grundsätzliche Informationen zum Thema Cannabiskonsum bei Jugendlichen und das Material aus dem Methodenkoffer wird gemeinsam praxisorientiert erarbeitet. Der Koffer ist für den Einsatz ab Jahrgang 8 (ab ca. 14 Jahren) vorgesehen. Er kann nach der Schulung von den Multiplikatoren kostenlos ausgeliehen und in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen eigenständig genutzt werden.

Ergänzend zu den bereits vorhandenen Materialien steht seit kurzer Zeit weiteres Methodenmaterial durch einen weiteren Cannabiskoffer des Landes NRW aus der Kampagne zur Cannabisprävention „Stark statt breit“ zur Verfügung. (Bild)

Die vorhandenen Methodenkoffer im Verleih werden gut genutzt – nicht nur die überregionalen Schulungen, zusätzliche Teamschulungen und Präsentationen in Arbeitskreisen und Fachforen haben zu einem hohen Bekanntheitsgrad der Nutzungsmöglichkeiten des Methodenkoffers beigetragen.

Die aktuellen Zahlen der letzten Erhebung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeigen, dass gezielte Aufklärungs- und Informationsarbeit zum Thema Cannabis bei älteren Jugendlichen und jungen Erwachsenen unerlässlich ist. Grundsätzlich werden folgende Trends zum Cannabiskonsum festgestellt:

  • Nach einer in den 2000er Jahren zunächst rückläufigen Entwicklung nimmt die Verbreitung des Konsums von Cannabis wieder zu.
  • Bei Cannabiskonsum gibt es Geschlechtsunterschiede. Mehr männliche als weibliche Jugendliche und junge Erwachsene konsumieren Cannabis.
  • Bei den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren ist der Cannabiskonsum deutlich weiter verbreitet als im Alter von 12 bis 17 Jahren.

Die Einladung sowie das Anmeldeformular zur Fortbildung stehen hier zum Download zur Verfügung.

Das Info-Blatt zum Cannabiskonsum Jugendlicher und junger Erwachsener in Deutschland sowie die Studie stehen hier zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen und Kontakt:
Fachstelle für Suchtvorbeugung in der StädteRegion Aachen
Elke Koch und Gabi Fischer
Bergrather Straße 51-53
52249 Eschweiler
Tel.: 02403 88 30 50
E-Mail: suchtvorbeugung@sucht-ac.de
www.sucht-ac.de

Kinder statt Smartphone im Blick behalten!

StädteRegion Aachen. Unter dem Titel „Sprich mit mir!“ haben jetzt alle Jugendämter in der StädteRegion mit dem Gesundheitsamt eine gemeinsame Aktion gestartet. Die Institutionen, zusammengeführt im Netzwerk „Frühe Hilfen/Kinderschutz“, wollen damit auf ein immer stärker werdendes Problem aufmerksam machen: Eltern schenken ihrem Smartphone mitunter mehr Aufmerksamkeit als ihrem Nachwuchs.

„Heute gibt es sogar beim Kinderarzt das Bild, dass viele Eltern im Wartezimmer auf ihrem Smartphone in Sozialen Medien aktiv sind, statt ihrem kranken Kind die nötige Aufmerksamkeit zu schenken“, sagt Stefan Pietsch, Arbeitsgruppenleiter Allgemeiner Sozialer Dienst der Stadt Eschweiler. Dass diese Tendenzen problematisch sind und weitreichende Folgen für die Entwicklung von Kindern – gerade in deren ersten Lebensjahren – haben, soll mit dieser Aktion deutlich in die Öffentlich getragen werden.

„Papa! Papa!…“ ruft das kleine Mädchen auf dem Laufband der Supermarktkasse. Gedankenversunken auf das Smartphone blickend, hat der Vater neben Obst und Gemüse auch gleich das eigene Kind mit Richtung Kasse geschickt. Die Szene ist Teil eines von vier kurzen Videoclips der Aktion „Sprich mit mir!“, die alle Jugendämter und das Gesundheitsamt in der StädteRegion Aachen jetzt vorgestellt haben.

Zudem werden noch Plakate, ansprechende Postkartenmotive und ein Flyer mit vielen Informationen und Tipps zu dem Thema verteilt. Die Gesamtauflage liegt bei mehr als 10.000 Exemplaren.

„Die ersten drei Jahre eines Kindes sind von besonderer Bedeutung, denn in dieser Zeit werden alle Grundlagen gelegt! Auch wenn das Baby selbst noch nicht sprechen und Sprache verstehen kann, ist es ganz wichtig, dass es trotzdem angesprochen wird. Die vertraute Stimme der Eltern und der Blickkontakt gibt ihm Sicherheit und ist Grundlage für eine gesunde Sprachentwicklung“, sagt Dr. Josef Michels vom Gesundheitsamt der StädteRegion.

Auch für eine gute emotionale und geistige Entwicklung ist die sichere Bindung zu den Bezugspersonen unabdingbare Voraussetzung. Und Kommunikation beginnt schon mit Blickkontakt, mit Mimik und Gestik, die gegenseitige Reaktionen zwischen dem Kind und den Eltern auslösen. Mit dem Kind zu sprechen, seine Reaktionen zu sehen und darauf zu antworten, seine Bedürfnisse zu erkennen und darauf zu reagieren ist eine notwendige Zuwendung, die ein Kind für seine Entwicklung unbedingt benötigt.

Und das ist, so der Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung der StädteRegion Aachen, Sebastian Heyn, gerade in Zeiten der zunehmenden Smartphone-Nutzung ein Problem geworden: „Wenn Kinder merken, dass für ihre Eltern das Handy wichtiger ist als sie selbst, hat das deutlich negative Folgen für die kindliche Entwicklung.“

Weil die Kommunikation zwischen den Kindern und den Eltern heutzutage abnimmt, stellen Erzieherinnen ebenso wie Kinderärzte immer häufiger fest, dass die Sprachentwicklung leidet. Auch Unfälle mit kleinen Kindern nehmen zu, weil Kleinkinder aus dem Blick geraten. Heyn: „Wir wollen mit der Kampagne aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinder arbeiten, sondern vielmehr bei Eltern positiv dafür werben, mehr mit ihren Kind zu sprechen und sich auf dieses zu konzentrieren.“

Anlässlich des Weltkindertages am 20. September sensibilisiert das Netzwerk „Frühe Hilfen/Kinderschutz“ nun mit den Plakaten, Postkarten und Video-Clips für einen bewussten Umgang mit der täglichen Smartphone-Nutzung und der Notwendigkeit einer intensiven Interaktion zwischen Eltern und Kind. Auf der Internetseite www.imblick.info/sprich-mit-mir gibt es weitere Informationen und dort sind Ansprechpartner genannt, an die man sich wenden kann.