Egal ob man eine Krabbelgruppe oder einen Kurs für kreativen Kindertanz in der Nähe des Wohnortes sucht: Das Online-Portal „Familien-Navi“ bietet viele Informationen über Unterstützungsmöglichkeiten für Familien.

Dort ist vieles zu finden, was von der Schwangerschaft bis zum Schuleintritt wichtig ist. Das Amt für Kinder, Jugend und Familie der StädteRegion Aachen sammelt im Familien-Navi die Angebote in Baesweiler, Monschau, Roetgen und Simmerath.

Zusätzlich bietet eine Umkreissuche einen Blick auf Angebote in angrenzenden Städten und Gemeinden, denn auch Städte wie Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen bieten das Familien-Navi ebenfalls an oder ziehen bald nach.

Nicht nur für die Familien ist das Portal hilfreich. Auch für Jugendämter oder Beratungsstellen ist es ein gutes Werkzeug, um einen besseren Überblick über Angebote und Einrichtungen zu erhalten und nach Bedarf möglichst passgenau vermitteln zu können.

Gefördert wird das Projekt NRW-weit von der Bundesstiftung Frühe Hilfen.

„Vor dem Anfang starten – junge Menschen entwickeln Erziehungskompetenz“. Was vor sieben Jahren als Modellprojekt gestartet ist, hat sich seitdem auch hervorragend weiterentwickelt. Nach sieben Schulen zu Beginn nehmen zum neuen Schuljahr jetzt ganze 21 Schulen aus der StädteRegion Aachen daran teil. Die Palette reicht vom Gymnasium bis hin zur Förderschule. Die Projektkosten von rund 103.000 € je Jahr haben sich voll und ganz gelohnt, so der einhellige Tenor im Kreisjugendhilfeausschuss. In diesem Sinne folgte dann auch der einstimmige Beschluss, das Präventionsprojekt fortzusetzen. Dabei durchlaufen Schülerinnen und Schüler der Klassen Acht bis Zehn ein Jahr lang ein Programm, dass sie in ihrer Persönlichkeitsbildung unterstützt und ihnen wichtige Lebenskompetenzen vermittelt. Ziel ist, die Jugendlichen schon frühzeitig auf Erziehungsaufgaben vorzubereiten und dafür fit zu machen.

Im vergangenen Schuljahr 2017/18 haben insgesamt 340 Mädchen und Jungen an dem Programm teilgenommen. Über ein ganzes Schuljahr verteilt wurden insgesamt im Durchschnitt mehr als 80 Unterrichtsstunden gefüllt. Dabei wird besonderer Wert auf die praktische Ausrichtung gelegt. Die Inhalte sind in drei große Bereiche gegliedert:

  • Stärkung im sozial-emotionalen Bereich.
    Hier wird der Umgang mit Konflikten und auch Grenzerfahrungen geprobt, das Sozialverhalten geschult und es wird Biografiearbeit mit den Jugendlichen betrieben.
  • Stärkung der Grundlagen für ein eigenständiges Leben
    In diesem Bereich werden wichtige, sehr praktisch orientierte Infos zum Umgang mit Geld (“was kostet das Leben“), Behörden und Versicherungen gegeben. Zudem werden haushaltspraktische Fähigkeiten geübt und das Thema Jobsuche besprochen. Unter der Überschrift „Körper und Gesundheit“ werden Verhütung, Ernährung und Entspannung behandelt.
  • Elternkompetenz erleben
    Hierbei werden die wichtigsten Grundlagen der Erziehung erlernt und typische Situationen im Leben einer jungen Familie besprochen. Zudem lernen die Jugendlichen die konkreten Hilfsmöglichkeiten für Familien kennen (Besuch beim Jugendamt). Ganz entscheidend ist zudem die „Babywoche“. Dabei müssen sich die Kinder eine Woche lang rund um die Uhr um eine Babysimulatoren-Puppe kümmern.

Gerade dieser letzte Punkt bringt die 14- bis 16-Jährigen oft an ihre Grenzen. Denn die Babypuppen wollen auch nachts gefüttert und beruhigt werden. Die Meinungen darüber gingen weit auseinander von: „Die Babywoche war total super. Es war schön, so viel Verantwortung zu haben.“ Bis hin zu „Wenig Schlaf macht mich total aggressiv“ reichten die Kommentare der Jugendlichen. Alle haben aber bei dem Projekt enorm viel dazugelernt.

Angelika Kranz – Foto: Holger Benend, StädteRegion Aachen

Angelika Kranz vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der StädteRegion Aachen betreut das Projekt von Beginn an federführend. „Unser Ansatz ist, dass sich Jugendliche schon mit dem Thema Erziehung beschäftigen, bevor es zu spät ist. Wir wollen die Beratung und Unterstützung schon geben, bevor junge Menschen Kinder bekommen.“

„Vor dem Anfang starten“ gilt mittlerweile als Muster eines erfolgreichen Modellprojektes. Und auch bei den Jugendlichen selbst scheint das viel intensiver im Gedächtnis zu bleiben als „normaler“ Unterricht. So wurde eine Teilnehmerin von den Lebenshaltungskosten einer eigenen Wohnung überrascht: „Es ist voll teuer alleine zu wohnen. Voll krass, an was man alles denken muss.“ Ein Jugendlicher meinte zum Schluss gar: „Meine Eltern haben jetzt Angst, dass sie nicht mehr Oma und Opa werden.“

Für Angelika Kranz ist das Ziel bei eigentlich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erreicht worden: „Die Jugendlichen werden jetzt viel gezielter und bewusster planen, wann die richtige Zeit für ein Kind ist. Und sie sind dann auch viel besser darauf vorbereitet, ohne von der Situation überfordert zu werden.“

Jeden Sonntagabend um kurz nach 19.00 Uhr läuft die Kindersendung Radio Ragazzi auf Antenne AC.

Verantwortlich ist die Euro Jugend.

Die Kinder- und Jugendredaktionen von Radio Ragazzi treffen sich wöchentlich in der Euro Jugend um darüber zu berichten, was in der Städteregion los ist.

Die Aktion „Sprich mit mir!“ aller Jugendämter und dem Gesundheitsamtes in der StädteRegion Aachen fanden alle gut und haben darüber in der Sendung am 23. September berichtet.

Das hörte sich dann so an:

Kinder statt Smartphone im Blick behalten!

StädteRegion Aachen. Unter dem Titel „Sprich mit mir!“ haben jetzt alle Jugendämter in der StädteRegion mit dem Gesundheitsamt eine gemeinsame Aktion gestartet. Die Institutionen, zusammengeführt im Netzwerk „Frühe Hilfen/Kinderschutz“, wollen damit auf ein immer stärker werdendes Problem aufmerksam machen: Eltern schenken ihrem Smartphone mitunter mehr Aufmerksamkeit als ihrem Nachwuchs.

„Heute gibt es sogar beim Kinderarzt das Bild, dass viele Eltern im Wartezimmer auf ihrem Smartphone in Sozialen Medien aktiv sind, statt ihrem kranken Kind die nötige Aufmerksamkeit zu schenken“, sagt Stefan Pietsch, Arbeitsgruppenleiter Allgemeiner Sozialer Dienst der Stadt Eschweiler. Dass diese Tendenzen problematisch sind und weitreichende Folgen für die Entwicklung von Kindern – gerade in deren ersten Lebensjahren – haben, soll mit dieser Aktion deutlich in die Öffentlich getragen werden.

„Papa! Papa!…“ ruft das kleine Mädchen auf dem Laufband der Supermarktkasse. Gedankenversunken auf das Smartphone blickend, hat der Vater neben Obst und Gemüse auch gleich das eigene Kind mit Richtung Kasse geschickt. Die Szene ist Teil eines von vier kurzen Videoclips der Aktion „Sprich mit mir!“, die alle Jugendämter und das Gesundheitsamt in der StädteRegion Aachen jetzt vorgestellt haben.

Zudem werden noch Plakate, ansprechende Postkartenmotive und ein Flyer mit vielen Informationen und Tipps zu dem Thema verteilt. Die Gesamtauflage liegt bei mehr als 10.000 Exemplaren.

„Die ersten drei Jahre eines Kindes sind von besonderer Bedeutung, denn in dieser Zeit werden alle Grundlagen gelegt! Auch wenn das Baby selbst noch nicht sprechen und Sprache verstehen kann, ist es ganz wichtig, dass es trotzdem angesprochen wird. Die vertraute Stimme der Eltern und der Blickkontakt gibt ihm Sicherheit und ist Grundlage für eine gesunde Sprachentwicklung“, sagt Dr. Josef Michels vom Gesundheitsamt der StädteRegion.

Auch für eine gute emotionale und geistige Entwicklung ist die sichere Bindung zu den Bezugspersonen unabdingbare Voraussetzung. Und Kommunikation beginnt schon mit Blickkontakt, mit Mimik und Gestik, die gegenseitige Reaktionen zwischen dem Kind und den Eltern auslösen. Mit dem Kind zu sprechen, seine Reaktionen zu sehen und darauf zu antworten, seine Bedürfnisse zu erkennen und darauf zu reagieren ist eine notwendige Zuwendung, die ein Kind für seine Entwicklung unbedingt benötigt.

Und das ist, so der Leiter des Amtes für Kinder, Jugend und Familienberatung der StädteRegion Aachen, Sebastian Heyn, gerade in Zeiten der zunehmenden Smartphone-Nutzung ein Problem geworden: „Wenn Kinder merken, dass für ihre Eltern das Handy wichtiger ist als sie selbst, hat das deutlich negative Folgen für die kindliche Entwicklung.“

Weil die Kommunikation zwischen den Kindern und den Eltern heutzutage abnimmt, stellen Erzieherinnen ebenso wie Kinderärzte immer häufiger fest, dass die Sprachentwicklung leidet. Auch Unfälle mit kleinen Kindern nehmen zu, weil Kleinkinder aus dem Blick geraten. Heyn: „Wir wollen mit der Kampagne aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinder arbeiten, sondern vielmehr bei Eltern positiv dafür werben, mehr mit ihren Kind zu sprechen und sich auf dieses zu konzentrieren.“

Anlässlich des Weltkindertages am 20. September sensibilisiert das Netzwerk „Frühe Hilfen/Kinderschutz“ nun mit den Plakaten, Postkarten und Video-Clips für einen bewussten Umgang mit der täglichen Smartphone-Nutzung und der Notwendigkeit einer intensiven Interaktion zwischen Eltern und Kind. Auf der Internetseite www.imblick.info/sprich-mit-mir gibt es weitere Informationen und dort sind Ansprechpartner genannt, an die man sich wenden kann.