Das Jugendamt Würselen führt an drei weiterführenden Schulen in Würselen ein Angebot zur Cannabis-Prävention mit Schüler/innen durch.

Das Angebot läuft im Rahmen der Kampagne „Stark statt breit“/ „Kiff dich nicht weg!“ zum Thema Cannabis, die der Arbeitskreis Suchtvorbeugung in der StädteRegion Aachen von Herbst 2016 bis Frühjahr 2017 durchführt.

An jeder Schule wird eine Klasse von einer Mitarbeiterin und einem Mitarbeiter des Jugendamtes mit dem „Cannabis-Koffer“ besucht. Dieser enthält verschiedene interaktive Methoden, um Informationen über die Substanz Cannabis, ihre Wirkungsweise, Risiken und Folgen zu vermitteln und eine kritische Auseinandersetzung damit anzuregen.

Mithilfe von u.a. einem „Schadstoff-Joint“ und einem „Quiz“ wird die kritische Auseinandersetzung der Jugendlichen mit dem eigenen Konsumverhalten angeregt.

Der Einsatz des „Cannabis-Koffers“ erfolgt mit einer Klasse der Realschule am Donnerstag 30.03.17, mit einer Klasse des Heilig Geist Gymnasium am 05.04.17. Nach den Osterferien wird der Koffer in einer Klasse des städtischen Gymnasiums eingesetzt.

Die Durchführung der Präventionsmaßnahme wird möglich durch die Kooperation des Jugendamtes mit den weiterführenden Schulen in Würselen und der Suchthilfe in der StädteRegion Aachen.

Der Arbeitskreis Suchtvorbeugung der StädteRegion Aachen besteht aus Vertretern der Fachstellen für Suchtvorbeugung in der Stadt und StädteRegion, den Jugendämtern, Polizei, Schulen, des Gesundheitsamtes aber auch der AOK und IHK. Um sowohl Jugendliche und ihre Eltern sowie Fachleute über die Droge Cannabis und Hilfsmöglichkeiten zu informieren startete der Zusammenschluss die Kampagne „Stark statt breit“.

Eine Informationsveranstaltung zur aktuellen Cannabisdebatte

Über den Einsatz von Cannabis als Medikament wird in den Medien aktuell häufig berichtet. Viele Fachleute vertreten die Meinung, dass das Verbot von Cannabis in Deutschland gescheitert ist und die aktuelle Gesetzgebung auf den Prüfstand gehört. Eine Neubewertung der am häufigsten genutzten illegalen Droge in Deutschland wird daher an vielen Stellen diskutiert.

Wie beeinflusst diese öffentliche Diskussion das Konsumverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Landeskoordinator für Suchtvorbeugung und Vorstand der ginko Stiftung für Prävention, referierte jetzt über den aktuellen Stand der Cannabisdebatte, über die Auswirkungen auf die präventive Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und geht dabei auch auf historische Aspekte der heutigen Drogenpolitik ein.

Die Wirkung dieser gesellschaftlichen Diskussion auf die regionale Suchtvorbeugung sowie den Jugendschutz, Informationen zur aktuellen Gesetzgebung und Erfahrungen aus der Beratung und Behandlung von Konsumenten standen im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion mit dem Publikum und weiteren Gästen.

(v.l.n.r.) Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Jutta Breuer, Elke Koch, KHK Achim Funken, Ralf Pauli

So wurde auch die Situation in der StädteRegion Aachen beleuchtet und von Fachleuten ergänzt:

  • für den sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes der StädteRegion Aachen: Frau Jutta Breuer,
  • für die Fachstelle für Suchtvorbeugung der Diakonie: Frau Elke Koch,
  • für das Kriminalkommissariat 44/ Kriminalprävention und Opferschutz: Herr KHK Hans-Joachim Funken,
  • für das Amt für Kinder Jugend und Familienberatung der StädteRegion Aachen: Jugendpfleger Ralf Pauli.

An der Infoveranstaltung mit Vortrag und Diskussion im Rahmen des Cannabisprojektes „Kiff dich nicht weg“ in der StädteRegion Aachen am 16. März 2017 im Aukloster Monschau nahmen rund 40 Interessierte teil.

Sie wurde veranstaltet von der Fachstelle für Suchtvorbeugung des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Aachen e.V. und dem Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der StädteRegion Aachen.

Max Stollenwerk vom Aachener Zeitungsverlag hat dazu im Nachgang einen treffenden Zeitungsbericht verfasst (hier klicken).

Präventionswoche zum Thema Alkohol und Schwangerschaft vom 13.02. – 17.02.2017 im neu eröffneten Depot Talstraße in Aachen

Mehr als 600 Schüler/innen waren  sprachlos über die Folgen, die Alkoholkonsum in der Schwangerschaft hervorruft.

Etwa 200 pädagogische Fachkräfte und Pflegeeltern haben sich bei Fachvorträgen anschaulich über die Hintergründe und Folgen informiert.

„Ein Gläschen Alkohol schadet doch nicht!“ – Dieser Irrglaube gehört, so sollte man glauben, der Vergangenheit an. Aber leider sprechen die aktuellen Zahlen eine andere Wahrheit: Alkoholkonsum der Mutter in der Schwangerschaft ist eine häufige Ursache für angeborene Fehlbildungen, geistige Behinderungen, Entwicklungs- und Wachstumsstörungen sowie extremen Verhaltensauffälligkeiten.

Die durch den Alkoholkonsum in der Schwangerschaft entstehenden irreparablen Schäden des ungeborenen Kindes werden unter dem Oberbegriff “ Fetale Alkohol Spektrumstörungen“ (Fetal Alcohol Spectrum Disorder) oder „FAS / FASD“ bezeichnet.

Jährlich werden ca. 10.000 Kinder mit Alkoholschäden geboren, davon weisen ca. 4.000 Kinder das Vollbild der Fetalen Alkoholspektrumstörung auf. Somit wird in Deutschland pro Stunde mindestens ein Kind mit FASD geboren.

Wie entsteht FASD?

Durch den Alkoholkonsum der Mutter weist das ungeborene Kind den gleichen Blutalkoholspiegel wie die Mutter auf: Der Alkohol gelangt ungehindert zum Ungeborenen und schädigt dort alle Zellen, Organe und Organsysteme und somit die gesamte Entwicklung des Kindes. Das Ungeborene benötigt zum Abbau des Alkohols zehnmal länger als die Mutter, da die unreife kindliche Leber die Aufgabe nicht ausführen kann und keine Enzyme zum Abbau vorhanden sind.

Welche Schäden verursacht Alkohol in der Schwangerschaft?

Neben Beeinträchtigungen des körperlichen Wachstums und der Organbildung, verursacht Alkohol in der Schwangerschaft erhebliche Schäden des zentralen Nervensystems. Minderwuchs, Untergewicht, Kleinköpfigkeit, Gesichtsveränderungen und Augenfehlbildungen, organische Schäden, Skelettfehlbildungen, geistige und motorische Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensstörungen, geistige Behinderungen, ein verminderter Intelligenzquotient und Hirnschäden zählen zu den Auswirkungen und lebenslangen Beeinträchtigungen und Folgen.

FASD ist die häufigste, nicht genetisch bedingte seelische, geistige und /oder körperliche Behinderung bei Neugeborenen. Durch Verzicht von Alkohol in der Schwangerschaft ist sie allerdings zu 100% vermeidbar.

Das Netzwerk „Im Blick – Frühe Hilfen/ Kinderschutz“, bestehend aus Vertretern der Jugendämter aus der StädteRegion Aachen, dem Gesundheitsamt der StädteRegion und der Polizei Aachen, haben gemeinsam mit dem Verein FASD Deutschland e.V. eine Präventionswoche zum Thema FASD gestaltet, um auf dieses wichtige Thema hinzuweisen und darüber aufzuklären.

Im Kulturdepot Talstraße in Aachen konnten Schüler*innen der StädteRegion Aachen die Ausstellung des  FASD- Netzwerk Nordbayern e.V. besuchen. Die innovative Ausstellung informiert erlebnisorientiert über Schwangerschaft, Alkohol und die Schäden, die durch den mütterlichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft entstehen können. Herzstück der Ausstellung ist die  „Begehbare Gebärmutter“, die die Entwicklung des Ungeborenen im Mutterleib visuell und auditiv erlebbar macht. An einer interaktiven Station können alle Interessierten mittels Bild-, Ton- und Filmaufnahmen tiefer in viele Themen rund um Schwangerschaft, Alkohol, Gesundheit und auch andere Drogen einsteigen. Die letzte Station berichtet aus dem Leben der Betroffenen mit FASD: Wie problematisch und hinderlich ist das Leben mit FASD? Welche Herausforderungen müssen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die an FASD erkrankt sind, meistern und wie wird das Leben der Betroffenen und deren Familien beeinflusst?

Im Jugendtreff des Kulturdepots konnten die Schüler*innen unter Anleitung der Jugendabteilungen der Jugendämter den sog. „Rauschbrillenparcours“ testen und eine grundsätzliche Aufklärung zum Thema Alkohol erhalten.

Zwei Fachvorträge für pädagogische Fachkräfte, Pflegeeltern, medizinische Fachkräfte und interessiertes Publikum haben die die Aktionswoche ergänzt. Am Montagabend bot Frau Dr. Kramer, Vorstand FASD-Netzwerk Nordbayern e.V. und Vorstand der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V., mit ihrem Vortrag „Es ist alles nicht so einfach – Leben mit dem Fetalen Alkoholsyndrom“ einen Einblick in das Leben FASD Betroffener: Wie stellt sich das Krankheitsbild dar und wie wird es diagnostiziert? Welche Auswirkungen hat die Erkrankung und wie kann man in praktischen Lebenssituationen hilfreich mit Betroffenen umgehen? Und wo erhalten Betroffene Unterstützung und wie kann Präventionsarbeit aussehen?

Am Mittwochabend gab Prof. Dr. Goecke, Leiter Pränatale Medizin und spezielle Geburtshilfe des Universitätsklinikums Aachen, mit seinem Vortrag „So ein Gläschen schad` doch nichts – Die Entstehung des FAS“ einen Einblick aus medizinischer Sicht.

 

Der Vortrag von Prof. Dr. Goecke wurde durch den Input von Frau Dr. Damen, Leiterin des Sozialpädiatrischen Zentrums des Universitätsklinikums Aachen, unter dem Titel „Fetales Alkoholsyndrom (FAS): Lebenslänglich, durch Alkohol“ kompetent erweitert.

Die Präventionswoche hat alle Besucher*innen von Ausstellung und Vorträgen sehr beeindruckt. Das Netzwerk „Im Blick – Frühe Hilfen/ Kinderschutz“ will sich auch zukünftig diesem wichtigen Thema in unterschiedlicher Form widmen, um weiterhin präventiv einem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft entgegen zu wirken.

 

 

Weitere Impressionen aus der Aktionswoche:

Offener Informationsabend für Eltern

In der Pubertät gehört für die meisten Jugendlichen das Experimentieren mit Rauscherfahrungen zum Erwachsen werden dazu. Einige greifen dabei nicht nur zu Alkohol oder Zigaretten, sondern auch zu illegalen Drogen wie Cannabis. Mit seiner spezifischen Wirkung scheint es besonders interessant für junge Menschen zu sein. Aber was genau macht den Reiz von Marihuana und Haschisch aus? Wie wirken die Substanzen? Welche Risiken und Nebenwirkungen bringen sie mit sich? Wie kann man den Konsum erkennen und wie sollte darauf reagiert werden?

Um Eltern ihre Unsicherheiten zu nehmen und Fragen zu beantworten, stehen Experten der Suchthilfe Aachen bei einem offenen Informationsabend am Donnerstag, den 23. März zur Verfügung. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Jugend- und Drogenberatung, Herzogstr. 4, 52070 Aachen. Der Eintritt beträgt fünf Euro, die zu Beginn des Infoabends entrichtet werden.

Um eine Anmeldung bis zum 16. März wird unter der Telefonnummer 0241/9809210 oder per E-mail an baksa@suchthilfe-aachen.de gebeten. Der Elternabend findet statt im Rahmen der Aktion „stark statt breit“ bzw. „Kiff dich nicht weg!“ des Arbeitskreises Suchtprävention in der StädteRegion Aachen.

Die Verbreitung von Cannabis unter Jugendlichen

Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) geben 7,7 Prozent 12- bis 17-Jährigen an, in den letzten zwölf Monaten Cannabis konsu-miert zu haben. Im Jahr 2011 lag diese Zahl noch bei 4,6 Prozent. Bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren haben 17,7 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert. Im Jahr 2008 waren es noch 11,6 Prozent. Der Anteil derer, die regelmäßig konsumieren (mehr als zehnmal in den letzten zwölf Monaten), ist in dieser Altersgruppe von 3,1 Prozent im Jahr 2008 auf aktuell 4,6 Prozent angestiegen.

Informationsabend für Eltern und Interessierte am Donnerstag, 23.03.2017, 18 Uhr
Jugend- und Drogenberatung, Herzogstr. 4, 52070 Aachen
Kosten: 5 Euro (bar zu zahlen zu Beginn der Veranstaltung)
Um Anmeldung bis zum 16.03.2017 wird gebeten unter Tel.: 0241/9809210, baksa@suchthilfe-aachen.de.

Am 3.2.2017 hat sich in der Zeit von 14:30 – 18:00 Uhr das Beratungsteam der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf im JUFA-Hotel Jülich im Brückenkopf-Park in Sachen Cannabis fortbilden lassen. „Uns war sofort klar, dass wir für die Schulung zum Methodenkoffer Cannabis, die die Fachstelle für Suchtvorbeugung im Oktober letzten Jahres in Alsdorf angeboten hat, ein schulinternes Angebot wünschen“, berichtet die Schulsozialarbeiterin Monika Esser.

Die Gesamtschule Alsdorf verfügt über ca. 20 ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen, die die Schüler in allen Fragen der Jugendberatung begleiten und unterstützen. „Die Suchtvorbeugung bildet einen wichtigen Baustein im Bereich des Sozialen Lernens in unserer Schulkultur und wird an vielen Stellen im Schulalltag aktiv umgesetzt“, so der Schulleiter Martin May.

Im 7. Jahrgang findet traditionell immer an den Tagen nach Karneval ein umfangreiches Projekt zur Suchtvorbeugung statt. „In diesem Jahr befassen wir uns schwerpunktmäßig mit der Prävention von Medienabhängigkeit, aber unsere Schüler werden älter und deshalb halten wir uns gern auf dem Laufenden, welche neuen methodischen Impulse wir in unsere langjährigen Projekte aufnehmen können“, ergänzt Brigitta Langstädtler, die das Projekt in diesem Jahr mit ihren Kollegen aktuell plant und umsetzt.

„Wir freuen uns sehr, dass der Methodenkoffer Cannabis als ein brauchbares Instrument in der praktischen Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gut bewertet wird. In der StädteRegion Aachen stehen 3 Koffer zum Entlieh zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Methodenkoffer zu den Themen Essstörungen, Alkohol, Glücksspielsucht und exzessive Mediennutzung. Auch für den Bereich der Nikotinprävention steht Methodenmaterial zur Verfügung“, komplettiert Elke Koch von der Fachstelle für Suchtvorbeugung der Diakonie das Angebot.

Ein Beratungslehrer fasst das Ergebnis der Fortbildung folgendermaßen zusammen: „Vielen Dank noch einmal für Ihre Unterstützung, es hat uns wirklich sehr gut gefallen und war sehr informativ und unterhaltsam“.

 

Das vielfältige Karnevalstreiben genießt einen hohen kulturellen und sozialen Stellenwert für jung und alt. Frohsinn und Ausgelassenheit in den närrischen Tagen dürfen jedoch nicht zu Leichtsinn und verantwortungslosem Verhalten (ver-)führen. Daher kommt dem Kinder- und Jugendschutz während der Karnevalszeit eine besondere Bedeutung zu.

Die Jugendämter in der StädteRegion Aachen appellieren eindringlich an Eltern und Erziehungsberechtigte, aber auch an Veranstalter und Verkaufsstellen:

Helfen Sie mit, die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu schützen!

Leisten Sie einen aktiven Beitrag zum Kinder- und Jugendschutz!

Das Augenmerk sollte besonders darauf gerichtet sein, dass Kinder und Jugendliche nicht zum missbräuchlichen Alkoholkonsum animiert werden.

Wie das Jugendschutzgesetz (JuSchG) vorschreibt, dürfen erst Personen über 16 Jahre Bier, Wein oder Biermixgetränke in einem verantwortungsvollem Umfang konsumieren.

„Branntweinhaltige“ Alkoholika wie Schnäpse, Liköre und insbesondere auch mit Branntwein gemischten limonadenähnlichen Mixgetränken (z.B. „Alcopops“), dürfen weder an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben werden, noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden!

Informieren Sie sich als verantwortungsvolle Eltern über die Veranstaltung, an der ihr Kind teilnimmt und welches Programm dort geboten wird.
Kinder sollten auf dem Heimweg begleitet werden oder in Gruppen nach Hause gehen.
Überzeugen Sie sich unmittelbar davon, dass Ihr Kind auch gesund und sicher nach Hause kommt, bzw. gekommen ist!

Erwachsene sollten  Kindern und Jugendlichen immer Vorbild sein und zeigen, dass närrische Hochstimmung und missbräuchlicher Alkoholkonsum nicht zusammengehören müssen. Nicht nur Kinder und Jugendliche, auch die Erwachsenen müssen „Nein“ sagen können.

Wenn Sie im konkreten Fall sehen, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen gefährdet ist, treten Sie mit Zivilcourage aktiv entgegen und mischen Sie sich ein. Fühlen Sie sich dem Wohle unserer Kinder und Jugendlichen verpflichtet. Denken Sie daran: Jugendschutz geht alle an!

Foto: Yvonne Bogdanski – Fotolia

Eine Informationsveranstaltung zur aktuellen Cannabisdebatte

Über den Einsatz von Cannabis als Medikament wird in den Medien aktuell häufig berichtet. Viele Fachleute vertreten die Meinung, dass das Verbot von Cannabis in Deutschland gescheitert ist und die aktuelle Gesetzgebung auf den Prüfstand gehört. Eine Neubewertung der am häufigsten genutzten illegalen Droge in Deutschland wird daher an vielen Stellen diskutiert.

Doch wie beeinflusst diese öffentliche Diskussion das Konsumverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen?

Dr. Hans-Jürgen Hallmann, Landeskoordinator für Suchtvorbeugung und Vorstand der ginko Stiftung für Prävention, referiert über den aktuellen Stand der Cannabisdebatte, über die Auswirkungen auf die präventive Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und geht dabei auch auf historische Aspekte der heutigen Drogenpolitik ein.

Die Wirkung dieser gesellschaftlichen Diskussion auf die regionale Suchtvorbeugung sowie den Jugendschutz, Informationen zur aktuellen Gesetzgebung und Erfahrungen aus der Beratung und Behandlung von Konsumenten stehen im Mittelpunkt der anschließenden Diskussion mit dem Publikum und weiteren Gästen von Beratungsstellen, Polizei, Gesundheitsamt und Jugendamt.

Diese Infoveranstaltung mit Vortrag und Diskussion im Rahmen des Cannabisprojektes „Stark statt breit“ in der StädteRegion Aachen richtet sich an alle Interessierte und wird veranstaltet von der Fachstelle für Suchtvorbeugung des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Aachen e.V. und dem Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der StädteRegion Aachen.

Sie findet statt:

am Donnerstag, 16. März 2017
von 19:00 – 21:00 Uhr
im Bürgersaal Aukloster
Austraße 7, 52156 Monschau

Aus organisatorischen Gründen wird um vorherige Anmeldung gebeten bei Jugendpfleger Ralf Pauli:

Telefon: 0241 / 5198- 2292 oder per Email unter: ralf.pauli@staedteregion-aachen.de.

Heute wurden acht neue Peers der Mies-van-der-Rohe-Schule zu Peers ausgebildet. Gleich Montag werden sie gemeinsam mit erfahrenen Peers der Schule den Aktionstag „Stark statt breit“ an ihrer Schule gestalten. Ziel des Projektes ist es, die Mitschüler über die Droge Cannabis zu informieren, zur Selbstreflexion anzuregen und bei Bedarf das Hilfesystem vorzustellen. Unterstützt werden sie dabei von der Schulsozialarbeiterin Gabriele Wirtz-Abels sowie von Experten der Suchthilfe Aachen und des Kommissariats Vorbeugung der Suchthilfe Aachen.

Die neuen Peers haben sich dazu heute selbst intensiv mit Cannabis, Gründen des Konsums, Wirkungen und Folgen auseinander gesetzt. So wurden z.B. gesundheitliche Risiken und rechtliche Folgen besprochen, mögliche Suchtursachen und Wege in die Sucht diskutiert sowie die Definition von Sucht erläutert. Daneben haben sie praktische Methoden der Cannabisprävention – wie z.B. ein Bilderrätsel – kennen gelernt, um dynamisch und interessant mit ihren Mitschülern arbeiten zu können. Diese sind im Cannabiskoffer „Alfred“ zusammen gefasst, den die Peers nun beim Aktionstag einsetzen werden.

Wir sagen den frisch zertifizierten Peers „Herzlichen Dank“ für die Offenheit und tolle Zusammenarbeit. Viel Erfolg und Spaß bei der Umsetzung.

Unter dem Motto „Stark statt breit“ informieren 15 Schüler der Mies-van-der-Rohe-Schule, dem Berufskolleg für Technik in der Städteregion Aachen, am Montag, den 30. Januar 2017 ihre Mitschüler der Fachoberschulklassen 11 zum Thema Cannabis. Damit sie diese verantwortungsvolle Aufgabe meistern können, werden sie am Mittwoch, den 25. Januar 2017 in der Suchthilfe Aachen geschult. „Hier erfahren sie einerseits Wissenswertes zur Substanz, andererseits methodische Ideen zur Ver-mittlung dieser Informationen“, erklärt Yvonne Michel, Mitarbeiterin der Suchthilfe Aachen das Konzept. „Aufgabe der ausgebildeten Schüler – sogenannten ‚Peers‘ – wird es sein, diese neu gewonnenen Erkenntnisse zur illegalen Droge Cannabis mit ihren Mitschülern zu besprechen.“

Informationen durch Gleichaltrige wirken

Um die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 19 Jahren zu erreichen, setzt die Schule seit einigen Jahren u.a. auf den Einsatz dieser Peers. Der englische Begriff lässt sich mit ‚Gleichaltrige‘ oder ‚Gleichgesinnte‘ übersetzen. Gabriele Wirtz-Abels, Schulsozialarbeiterin am Berufskolleg, erläutert: „Unsere Erfahrung zeigt, dass es den Schülern leichter fällt, mit anderen Teenagern über Drogen wie Alkohol und Cannabis zu sprechen als mit ihren Lehrern. Ihre Botschaften werden eher angenommen und umgesetzt.“

So gestalten die Peers den Aktionstag „Stark statt breit“ am 30. Januar 2017 von 8.30 bis 13.30 Uhr mit der Unterstützung der Schulsozialarbeiterin und weiteren Experten der Suchthilfe Aachen sowie des Kommissariats Vorbeugung der Polizei Aachen.

Erkenntnisse und Reflexion durch spielerische Vermittlung

Mit Hilfe eines ‚Suchtverlaufs‘ wird beispielsweise der Weg in eine Abhängigkeit erläutert. Ein ‚Bilderrätsel‘ vermittelt spielerisch Informationen zur Wirkungsweise der Substanz sowie zu den möglichen gesundheitlichen Risiken und rechtlichen Folgen. In einer ‚Karusselldiskussion‘ entwickeln die Jugendlichen eigenständig Alternativen zum Gebrauch von Drogen. Schließlich wird das Hilfesystem vorgestellt. Ziel des Aktionstages ist es, mit Halbwahrheiten und Mythen zum Thema Cannabis aufzu-räumen und die kritische Auseinandersetzung anzuregen.

Weitere Informationen unter:

Suchthilfe Aachen
Fachstelle für Suchtprävention
Yvonne Michel
Hermannstr. 14
52062 Aachen

Tel.: 0241/ 41356-130
Email: michel@suchthilfe-aachen.de
Internet: www.suchthilfe-aachen.de, http://blog.suchthilfe-aachen.de

Mies-van-der-Rohe-Schule
Berufskolleg für Technik in der Städteregion Aachen
Gabriele Wirtz-Abels
Neuköllner Str. 17
52068 Aachen

Tel.: 0241/1608-160
Email: gabriele.wirtz-abels@sprungbrett-aachen.de
Internet: www.mies-van-der-rohe-schule.de

 

Die „Feierstarter“ im Jugendtreff im Bürgerhaus Kohlscheid

Seit 2 Jahren sind die „Feierstarter“ in den Kommunen Herzogenrath und Eschweiler im Rahmen der Alkoholprävention aktiv. Die Peers unterstützen die Kollegen der Mobilen Jugendarbeit / Jugendämter bei Veranstaltungen und klären über Risiken und Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums auf.

„Die Feierstarter unterstützen uns nicht nur im Karneval, sondern sind das ganze Jahr bei ausgesuchten jugendtypischen Veranstaltungen mit uns im Einsatz“, berichtet Julia Bleilevens von der Mobilen Jugendarbeit in Herzogenrath. Geschult werden die ca. 15-20 jungen Erwachsenen im Alter von 17-25 Jahren regelmäßig durch die Fachstelle für Suchtvorbeugung der Diakonie.

„Die Peers wollten Ihren Horizont erweitern und für Fragen über die Alkoholprävention hinaus gewappnet sein. Das haben wir natürlich gern aufgegriffen und schon bei der letzten Wochenendschulung ausführlich für Jugendliche typische andere legale und illegale Drogen und Verhaltensweisen gemeinsam in den Blick genommen“, so Elke Koch und Gabi Fischer von der Fachstelle für Suchtvorbeugung. „Bei unseren Einsätzen kamen wir in den Gesprächen mit Jugendlichen auch auf das Thema Cannabis. Uns ist dort klar geworden, dass wir gerne mehr Informationen gerade über Cannabis weitergeben würden uns aber das fundierte Hintergrundwissen bis heute gefehlt hat“ erklärt Mouhina von den Feierstartern.

Im Gespräch mit Hans-Joachim Funken (2. v.l.) vom KK 44 der Polizei Aachen (Kriminalprävention und Opferschutz)

„Vor allem das nicht vorhandene Unrechtsbewusstsein in Bezug auf den Umgang mit Cannabis ist immer wieder problematisch“ ergänzt Nicole Hillemacher-Esser aus ihren Erfahrungen in der Mobilen Jugendarbeit in Eschweiler. Grund genug, einen weiteren kompetenten Referenten und Kooperationspartner einzuladen. Herr Hans-Joachim Funken vom KK 44 der Polizei Aachen (Kriminalprävention und Opferschutz) erläuterte bei der jährlichen vorweihnachtlichen Fortbildung der „Feierstarter“ am 26.11. im Jugendtreff im Bürgerhaus Kohlscheid die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen.

„Viele Jugendliche schätzen die Konsequenzen bei Konflikten mit der Polizei im Umgang mit Cannabis leider immer wieder als zu gering ein. Unsere Aufgabe ist es, den komplizierten rechtlichen Rahmen möglichst praxisorientiert vorzustellen“ beschreibt Herr Funken seine Arbeit. Dass Haschisch und Marihuana in Deutschland illegal sind und bei Drogenfunden einer so genannten „geringen Menge“ im Hintergrund mehr passiert als man denkt, sind dabei zwei wichtige Botschaften.

Wer mehr wissen will: Die Informationsmaterialien der Landeskampagne „Stark statt breit“ sowie die Homepage www.stark-statt-breit informieren Jugendliche, Multiplikatoren und Eltern über Recht und Gesetz rund um das Thema Cannabis.